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Was ist Islamwissenschaft?

Islamwissenschaft ist eine bekenntnisneutrale kulturwissenschaftliche Disziplin, die sich auf der Basis der Kenntnis der Sprachen des islamischen Kulturraums mit der Erforschung der islamischen Welt vom Auftreten Muhammads (7. Jahrhundert) bis heute befasst.

Der Islam, ursprünglich im arabischen Sprachraum entstanden, griff bald über diesen Sprachraum hinaus auf Völkerschaften nicht-semitischer Zunge über, die in der Folge wichtige Beiträge zur weiteren Ausbildung der islamischen Gemeinschaftskultur von Religion, Politik, Literatur und Kultur im allgemeinen lieferten. Heute umfasst die islamische Welt Regionen Europas, Asiens und Afrikas von der Atlantikküste bis zu den Philippinen und von Ostafrika bis zu den Strömen Sibiriens. Die historischen Kernländer des Islams wie die Arabische Halbinsel, Großsyrien, das Zweistromland, Ägypten, Iran mit Afghanistan sowie Anatolien und Teile Zentralasiens umfassen dabei den arabischen und türkisch-persischen Sprachraum.

In thematischer Hinsicht befasst sich die Islamwissenschaft mit einem breiten Spektrum von Methoden und Inhalten, wie sich dies aus der Beschäftigung mit Geschichte, Religionen, Sprachen, Literaturen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Recht, Philosophie, Kunst, Archäologie und Historischer Landeskunde der islamischen Welt ergibt.

Angesichts der großen geographischen, historischen und methodischen Breite des Faches Islamwissenschaft arbeiten die islamwissenschaftlichen Standorte in Deutschland arbeitsteilig, d.h. sie fokussieren – jenseits der Vermittlung allgemeiner Grundlagen – in Forschung und Lehre auf jeweils unterschiedliche Bereiche des Faches. Daher empfiehlt es sich im Falle eines islamwissenschaftlichen Studiums für Studieninteressierte stets, das konkrete Profil mehrerer Standorte zu vergleichen.

Verantwortlich: technik-islw
Letzte Änderung: 07.03.2017
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