Bereichsbild

Bachelorstudiengang Islamwissenschaft

Kurzsteckbrief

  • Keine Zulassungsbeschränkung
  • Drei frei wählbare Studienschwerpunkte (Arabisch, Türkisch-Osmanisch, Persisch-Iranisch)
  • Schwerpunktübergreifende Studienmöglichkeiten
  • Freie Sprachwahl
  • Intensive Sprachausbildung mit Fokus auf Lese-, Übersetzungs- und grammatischen Analysefähigkeiten
  • Vermittlung der Grundlagen aktiver Sprachbeherrschung
  • Umfangreiche Wahlmöglichkeiten
  • Fundierte und umfassende methodische Ausbildung im Umgang mit nahöstlichen Quellentexten
  • Optimaler Betreuungsschlüssel
  • Individuell geförderte Auslandsaufenthalte

Hier geht es zum Flyer B.A. Islamwissenschaft

 

Profil des Heidelberger B.A.-Studiengangs Islamwissenschaft

Der B.A.-Studiengang Islamwissenschaft in Heidelberg legt besonderen Wert auf die quellensprachliche Ausbildung. Das intensive und fordernde Sprachprogramm fokussiert auf die Entwicklung profunder und umfassender Lese-, Übersetzungs- und grammatischer Analysefähigkeiten in zwei der Sprachen Arabisch, Türkisch und Persisch und vermittelt in sprachpraktischen Übungen und im sprachlichen Wahlpflichtbereich Grundlagen (!) der aktiven Sprachbeherrschung, die im Rahmen von fakultativen Tandemprogrammen, Auslandsaufenthalten oder dem konsekutiven Masterstudiengang ausgebaut, vertieft und erweitert werden können. Zudem führt er ein in die synchronen Varietäten der von ihm vermittelten Sprachen.

Zentral für das Heidelberger Konzept ist dabei die freie und gleichberechtigte Sprachwahl. Durch die Vermittlung zweier Sprachen bereits im B.A. sollen die Studierenden möglichst früh in die Lage versetzt werden, ein vertieftes Verständnis für die sprachlich-kulturelle Vielfalt der islamischen Welt in Vergangenheit und Gegenwart zu entwickeln und für die eigene wissenschaftliche Arbeit nutzbar zu machen. Hierzu tragen auch die schwerpunktübergreifenden Studienstrukturen bei, die die Studierenden zu multiperspektivischem und transdisziplinärem Arbeiten anregen und anleiten sollen.

Zudem zielt bereits der B.A.-Studiengang Islamwissenschaft auf die Befähigung seiner AbsolventInnen zur eigenständigen wissenschaftlichen Arbeit und vermittelt umfassende Fähigkeiten im Bereich auch der außerakademischen Aufbereitung, Vermittlung und Kommunikation von wissenschaftlichen Arbeitsergebnissen.

Zugangsvoraussetzungen

  • Nicht zulassungsbeschränkt. Ausländische StudienberwerberInnen mit entsprechenden Deutschkenntnissen bewerben sich zu den jeweils gültigen Fristen über das Akademische Auslandsamt (Tel. +49-(0)6221-545454, studium@uni-heidelberg.de)
  • Allgemeine Hochschulreife oder Äquivalent
  • Durch Abiturzeugnis nachgewiesene Lesekenntnisse in den Sprachen Englisch und Französisch (Französisch auf Antrag durch eine andere lebende europäische Fremdsprache ersetzbar, Französischkenntnisse müssen erst zum Ende des 5. Fachsemesters nachgewiesen werden)
  • Bitte beachten Sie: Auch wenn Kenntnisse in einer anderen lebenden Fremdsprache anerkannt werden, sollten Sie sich im Laufe Ihres Studiums zumindest grundsätzliche Lesekenntnisse im Französischen aneignen. Hierzu bietet das Institut einen Crashkurs „Französisch für Islamwissenschaftler“ an).

Gesamtdarstellung der Studienstruktur

Der Komplexität und Diversität der Disziplin Islamwissenschaft wird in Heidelberg durch die Ausbildung von drei, durch die Auswahl der A-Sprache frei wählbarer sprachlich-regional-inhaltlicher Studienschwerpunkte Rechnung getragen:

Der arabische Schwerpunkt (A-Sprache: Arabisch, B-Sprache: frei wählbar) widmet sich auf Grundlage der Kenntnis des Hocharabischen und seiner unterschiedlichen synchronen und diachronen Ausprägungen besonders der Erforschung der arabischen Literatur (klassisch wie modern), der Kulturgeschichte der arabischen Welt in Vergangenheit und Gegenwart sowie der islamischen Religionsgeschichte. Er fokussiert außerdem auf die geistigen Grundlagen des modernen Islamismus, widmet sich Fragen der mittelalterlichen Sozial- und Kulturgeschichte und behandelt den Bereich islamwissenschaftlicher Gender Studies. In geographischer Hinsicht liegt sein Fokus auf Ägypten, der Levante und Palästina. Die Besonderheit des Heidelberger Standorts liegt dabei auf der gleichrangigen Behandlung von Mittelalter und Moderne, die eine Betrachtung und Erforschung literarischer, religiöser und kultureller Phänomene in ihrer historischen Tiefe ermöglicht.

Der türkisch-osmanische Schwerpunkt (A-Sprache: Türkisch, B-Sprache: frei wählbar) konzentriert sich auf die Erforschung und Erschließung der Geschichte des Osmanischen Reiches und seiner Kultur(en) und Literatur(en). Ein besonderer Fokus liegt dabei – neben der Erforschung muslimischer wie nichtmuslimischer Minderheiten innerhalb der osmanischen Gesellschaft – auf der osmanischen Provinzialgeschichte. Daneben widmet sich der Schwerpunkt der osmanischen und iranischen Pressegeschichte sowie der Erforschung persischer und osmanischer historiographischer Werke. In regionaler Hinsicht fokussiert der Schwerpunkt auf den Gebieten des Balkan, Anatoliens und des Kaukasus. Wie an kaum einem anderen Standort in Deutschland steht in all diesen Bereichen dabei die Erschließung und methodische Durchdringung handschriftlicher Quellen (Codices, Urkunden, Nutzhandschriften etc.) im Mittelpunkt von Forschung und Lehre.

Der persisch-iranische Schwerpunkt (A-Sprache: Neupersisch; B-Sprache: frei wählbar) ist der kleinste der Heidelberger Schwerpunkte und ersetzt kein Studium der Iranistik, die ein eigenständiges Fach darstellt. Vielmehr nähert sich der Schwerpunkt der persisch-iranischen Kultur über ihre Peripherien an und fokussiert – neben einer ersten Einführung in die historischen Vorstufen des Neupersischen (Altpersisch, mitteliranische idiome) – auf das Persische als Kultur- und Literatursprache auch außerhalb des heutigen Iran. Studierende in diesem Schwerpunkt wählen Veranstaltungen aus den beiden oben genannten Hauptschwerpunkten der Studiengänge.

Studienverlauf

Alle drei Schwerpunkte sind in struktureller Hinsicht parallel aufgebaut. Die Studienleistung im B.A.-Studiengang setzt sich dabei zu etwa gleichen Teilen aus sprachlichen und inhaltlichen Studienleistungen zusammen.

Sprachlicher Bereich

Studierende im Hauptfach erlernen zwei, Studierende im Nebenfach eine der Sprachen Arabisch, Türkisch und Persisch. Die jeweils gewählte A-Sprache definiert dabei den jeweiligen Studienschwerpunkt, die B-Sprache ist frei aus den verbliebenen Sprachen wählbar. Vorkenntnisse in den gelehrten Sprachen werden nicht vorausgesetzt.

Die A-Sprache wird vom 1. bis zum 4. Fachsemester in vier aufeinander aufbauenden Sprachkursen (jeweils bestehend aus theoretischen und sprachpraktischen Anteilen) strukturiert vermittelt und in den Fachsemestern 5 und 6 durch weiterführende Übungen (Lektüren, Konversationsübungen etc.) sowie im Rahmen textbasierter Hauptseminare fortgeführt. Im sechsten Fachsemester wird außerdem durch eine jeweils schwerpunktspezifische Übung die Brücke zum konsekutiven Masterstudiengang geschlagen (Hocharabisch; Osmanisch; Alt-/Mittelpersisch).

Die B-Sprache wird im dritten Fachsemester gewählt und im ersten Hauptfach über drei Semester geführt (3. bis 5. Fachsemester). Im zweiten Hauptfach ist sie nur als einsemstriger Einführungskurs vertreten, im Nebenfach ist keine B-Sprache vorgesehen.

Die Sprachausbildung zielt dabei nicht primär auf die aktive Beherrschung der vermittelten Sprachen in Wort und Schrift, sondern vielmehr auf die Entwicklung linguistischer Analysefähigkeiten, Übersetzungskompetenzen und der Fähigkeit, historische und wissenschaftliche Quellentexte für die inhaltliche Arbeit als Quellen nutzbar zu machen.

Inhaltlicher Bereich

Studierende absolvieren in den ersten beiden Fachsemestern ein noch schwerpunktneutrales Einführungsmodul, das zum einen ein Gesamtpanorama nahöstlicher Geschichte und Kultur vermittelt (PS I), zum anderen aber auch bereits in thematisch fokussierte Formen islamwissenschaftlichen Arbeitens einführt (PS II). Zudem werden über zwei aufeinander aufbauende Tutorien allgemeine und fachspezifische Methoden und Arbeitsweisen sowie Grundarbeitsweisen wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt (Studierende im 2. HF und im Nebenfach absolvieren nur das PS I)

Im zweiten inhaltlichen Modul führt ein dreisemestriger Vorlesungszyklus in die Hauptarbeitsbereiche des jeweils gewählten Schwerpunkts ein (2. HF: 1 Vorlesung, Nebenfach: 2 Vorlesungen). Die hier gewonnenen Kenntnisse werden ab dem 4. Fachsemester im dritten inhaltlichen Modul im Rahmen von Seminarveranstaltungen vertieft und erweitert, wobei hier vor allem die selbständige wissenschaftliche Durchdringung und Bearbeitung exemplarischer Themenkomplexe sowie zugehörige Präsentations- und Kommunikationstechniken im Mittelpunkt des Lehrprogramms stehen.

Studierende können sowohl im Vorlesungs-, als auch im Seminarmodul Teile der geforderten Studienleistungen auch im jeweils anderen Schwerpunkt erbringen.

Abschlussarbeit

Im ersten Hauptfach wird die Abschlussarbeit ab dem 5. Fachsemester im jeweiligen Studienschwerpunkt angefertigt. Das zweite Hauptfach und das Nebenfach sehen keine Anschlussarbeit vor. Eine mündliche oder schriftliche Abschlussprüfung ist nicht vorgesehen.

ÜK-Bereich

Parallel zum Fachstudium erwerben sich Studierende im ersten Hauptfach 20 Leistungspunkte (2. HF: 10 Leistungspunkte) im Bereich der sogenannten „Übergreifenden Kompetenzen“. Hier können – neben Veranstaltungen aus dem interdisziplinären Lehrprogramm der Universität Heidelberg – auch außeruniversitäre Leistungen wie Praktika im In- und Ausland, Projektarbeiten, Sprachkurse etc. angerechnet und somit mit den Studieninhalten gekoppelt werden.

Berufliche Perspektiven

Der Heidelberger B.A.-Studiengang Islamwissenschaft zielt vor allem darauf, die Grundlage für eine weitere akademische Qualifikation seiner AbsolventInnen im Rahmen konsekutiver Masterstudiengänge und einer eventuellen späteren Promotion zu legen; sie also langfristig zu selbständigem wissenschaftlichem Arbeiten im Fach Islamwissenschaft zu befähigen. Außerhalb des akademischen Bereichs eröffnen sich den AbsolventInnen des Studiengangs je nach Fächerkombination u.a. folgende Arbeitsbereiche:

  • Journalismus
  • Verlagswesen
  • Museumswesen
  • Erwachsenenbildung
  • Politik- und Wirtschaftsberatung
  • Internationale Zusammenarbeit
  • Interkulturelle Kooperation und Kommunikation
  • Integrationsarbeit
  • Sicherheitsbehörden.

 

Prüfungsordnung und Modulhandbuch

Prüfungsordnung B.A. Islamwissenschaft (75%, 50% (2), 25%)

Modulhandbuch B.A. Islamwissenschaft (75%, 50% (2), 25%)

Verantwortlich: technik-islw
Letzte Änderung: 09.03.2017
zum Seitenanfang/up